• Union Yacht Club

    Wolfgangsee (UYCWg)
  • Vereinssitz

    Sankt Gilgen, Wolfgangsee
  • Gründung

    11. April 1901
  • Website

    www.uyc-wolfgangsee.at

Die Geschichte des UYC Wolfgangsee


„Im Vorjahr - am 17. April 1961 - feierte der Union Yacht-Club Wolfgangsee seinen 60. Geburtstag. Es war schön, dass es möglich war, gerade in diesem Sommer 1961 auch sehr interessante, internationale Starbootregatten veranstalten zu können, die diesem Jubiläum sportlichen Glanz gaben, und als unser Club die ,Stars' der Starboote aus so vielen Ländern willkommen heißen konnte, war dies wahrhaft eine würdige Ehrung des lieben Geburtstagskindes.

Es liegt nahe, zu diesem Anlass der Gründung des Clubs und seiner Gründer in Dankbarkeit zu gedenken. Sie haben diesen See, der - wenn auch nicht so groß in seinen Ausmaßen wie mancher andere - doch unendlich reizvoll ist durch die abwechslungsreiche Landschaft seiner Ufer, für den Segelsport erschlossen. Sie haben fair und sportbegeistert ihre Regatten gefahren, gegen launische ·winde und gegen die „Rivalen" gekämpft. Sie hatten es aber besser als der heilige Wolfgang, von dem der See seinen Namen hat und der mit einer Axt in der Hand gegen den Teufel zu kämpfen hatte.

Als Gründungsmitglieder scheinen in der Mitgliederliste des Jahres 1901 die Professorenfamilien Exner und Frisch, die Herren Strohschneider, Schleiffelder, Riedl von Riedenstein und andere auf.

Das Register des Clubs wies damals im Ganzen acht Boote auf, von denen heute jedes einer anderen Klasse zu gehören würde. Es waren u. a. da der große Flunder „Albatros“, die Jolle „Argo“, die Kielyachten 11Senta" und „Famos". Doch schon wenige Jahre später gab es am See etwa 20 erstklassige Schwert- und Kielyachten, darunter manche der Sportwelt wohlbekannte. Damals kamen die ersten bekannten Segellängenboote auf, die im Typ und der Besegelung große Unterschiede aufwiesen.

Nun vergrößerte sich von Jahr zu Jahr die Zahl der Mitglieder und der Boote ... "

Da ab 1894 die ersten Segel- und getakelten Ruderboote am Wolfgangsee erschienen waren, entstand natürlich die Notwendigkeit eines Segelclubs. Am 17. April 1901 gründeten folgende Mitglieder unseren Club als Zweigverein des im Jahr 1886 gegründeten UYCs, der im Jahr 1961 somit seinen 75jährigen Bestand feiert. Die Gründungsmitglieder hatten zunächst natürlich auch die Führung des Clubs inne, vor allem aber Prof. A. von Frisch und der Oberbootsmann Dr. Paul Strohschneider, der dem sportlichen Leben durch Jahrzehnte seinen Stempel aufdrückte. Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

  • Prof. Dr. A. von Frisch, Dr. H. von Frisch,
  • Prof. Dr. A. Exner,
  • Ing. Robert Cöln,
  • Dr. Paul Strohschneider,
  • Dr. Max Strohschneider,
  • Otto Schleiffelder,
  • Dr. Erik Riedl-Riedenstein,
  • von Markowsky.

Die Zahl der Mitglieder betrug 23, die Anzahl der Boote war 9, und es wurden vier Wettfahrten in diesem Jahr ge- segelt. Der Mitgliedsbeitrag betrug 10 Kronen.

Es ging nun rasch aufwärts. Es war die Zeit der Segel- längenboote, die in Type und Besegelung große Unter- schiede aufwiesen, und der übertakelten „Flundern", Schwertyachten, die in den Fallböen des Saurüssels und der Falkensteinwand mit Vorliebe kenterten. Bald kamen weitere sportliche, schnelle und schöne Kielyachten an den See, teils Neubauten, teils erprobte Yachten von anderen Revieren. Besonders die Familien Schleiffelder und Rumpel haben im ersten Jahrzehnt des jungen Clubs immer wieder neue Yachten zum Start gebracht, so Otto Schleiffelder der den Flunder „Orion“, später den unbesiegbaren Rennflunder „Dreadnought“, die Kielyachten „Walküre“ (1904) und „Stiefmütterchen". Ihnen stellte Ing. Rumpel im Lauf der Jahre die Rennflunder „Rih“ und „Windspiel“ (1906}, „Kundry“ und die Kielyachten „Carmen“, „Meteor“, „Pirat“ und die Neun-Segellängen- Yacht „Grünau“ entgegen, Es starteten aber oft auch erfolgreich die Flunder „Albatros“ -- Strohschneider, „Ran“ und „Figaro“ -- H. von Frisch, „Carola“ -- Erik Riedl-Riedenstein, die Kielyachten „GIadys“ -- Prof. John Quinci Adams, „Bajazzo“ - Dr. Paul und Max Strohschneider, „Nelly“ -- G. H. Koch und andere.

Der Club war in bester Entwicklung. Die Mitgliederzahl und der Bootsbestand vergrößerten sich von Jahr zu Jahr. In dieser Periode waren es die Herren Otto Schleiffelder und Georg Rumpel, die als mächtige und tatkräftige Förderer des Clubs den Segelsport zu heben wussten, für neues Bootsmaterial für die Jungmannschaften und gute Beteiligung an spannenden Regatten sorgten.

1900 - 1917

Im Jahr :1909 konnte sich der Union Yacht-Club Wolfangsee zum Ankauf eines Seegrundes mit Haus entschließen, wofür Herr Ing. Rumpel den Kaufpreis als Darlehen vorstreckte.

Die maßgebenden Herren des Jahres :1909 waren die folgenden, wobei Prof. Dr. Paul Strohschneider als Oberbootsmann die sportliche Führung hatte:

  • Obmann: John Quinci Adams,
  • Obmannstellvertreter: Rene Schleiffelder,
  • Oberbootsmann: Prof. Dr. Paul Strohschneider.

Im Jahr :1911 war der UYCWg mit dem Rennflunder „Windspiel II“, den Kielyachten „Pirat" und „Meteor“ beim 25jährigen Jubiläum am Attersee vertreten.

Der erste Weltkrieg setzte dieser Entwicklung :1914 ein jähes Ende.

Fast alle Segler waren zur Verteidigung der Heimat eingerückt, und viele kehrten nicht mehr zurück.

1918 - 1936

Es wurden erst wieder im Jahr :1918 Regatten abgehalten, neue Fahrzeuge - sechs Yachten - kamen auf den See und damit auch neue Mitglieder. Von diesen war es vor allem der verdiente Hans Schulze, der nicht nur durch schöne und erfolgreiche Yachten den Club bereicherte, sondern diesen auch ansonst auf das tatkräftigste unterstützte. Im Jahr 1921 stellte er dem UYC Grund zur Verfügung, auf dem Werkstätte und Einlagerungsschupfen errichtet wurden, wobei sich finanziell zum Teil auch andere Clubmitglieder beteiligten. Hans Schulze führte zu dieser Zeit den Club als Obmann.

Es folgte eine stetige Aufwärtsentwicklung, speziell in der Sonderklasse, in der 20-qm- und in der 15-qm--Jollenklasse. Die Acht-Segellängen-Yacht „Greif“, ex „Feinliebchen III“, wurde von Herrn Schulze der UYC-Jugendabteilung zur Ausbildung der Jugend geschenkt.

Im Jahr 1920 wurde der Segelverein „Nibelungen“ gegründet, mit dem in den folgenden Jahren die Wettfahrtwochen in bester Segelkameradschaft abgehalten wurden.

Im Jahr 1926 hat der UYCWg sein 25jähriges Bestandsjubiläum gefeiert, wobei sich bei den Jubiläumswettfahrten auch auswärtige Segler befreundeter Vereine und Clubs beteiligten. Es setzten sich die Jollenklassen, 20-qm-, 15-qm- und -10-qm-Klasse. die erst im Jahr 1924 im Deutschen Seglerverband als Verbandsklasse anerkannt und eingeführt wurden, durch. Auch die Sonderklasse erhielt weiteren Zuwachs. Jährlich wurden, immer zusammen mit dem Seglerverein „Nibelungen“ Verbandswettfahrten abgehalten.

1926:

  • Obmann: Prof. Dr. Hans von Frisch;
  • Obmannstellvertreter: Hans Schulze;
  • Oberbootsmann: Prim. Dr. Paul Strohschneider;
  • Ehrenmitglieder: Prof. Dr. Hans von Frisch, Hans Schulze, Prim. Dr. Paul Strohschneider;
  • Mitgliederstand: 63 Ausübende, 6 Beitragende, 16 Jugendmitglieder;
  • Bootsbestand: 22 Yachten, davon: 8 Sonderklassen, 2 20-qm-Jollen, 5 15-qm-Jollen.

1926 wurde die Obmannschaft also schon durch Prof. Hans von Frisch ausgeübt, womit eine Ära Frisch begann. Die drei Herren Hans von Frisch, Hans Schulze und Dr. Paul Strohschneider lösten sich zwar in der Obmannschaft in den folgenden Jahren etwas ab, aber an ihrem gemein- samen Wirken kann kein Zweifel sein. Erst 1935 wurde diese Gruppe durch den neuen Obmann, Regierungsrat Dr. Wilhelm Tuschak, ergänzt, der diese Funktion nahezu bis zum zweiten Weltkrieg ausübte.

1935:

  • Obmann: Reg.-Rat Dr. Wilhelm Tuschak;
  • Obmannstellvertreter: Hans Schulze;
  • Oberbootsmann: Prim. Dr. Paul Strohschneider;
  • Schriftführer: Otto Jäger-Sunstenau;
  • Kassier: Prof. Dr. Hans Frisch;
  • Ehrenmitglieder: Prof. Dr. Hans v. Frisch, Hans Schulze, Prim. Dr. Paul Strohschneider, Prim. Dr. Max Stroh- schneider;
  • Mitglieder: 42 Ausübende, 24 Beitragende, 22 Jugendmitglieder;
  • Bootsbestand: 6 Sonderklassen, 7 2o-gm-Rennklasse, 2 15- qm-Rennklasse. 3 1o-gm-Rennklasse, 1 0- Jolle, 4 Aus- gleichsklasse.

Im Jahr 1936 wurde der UYCWg mit der Durchführung der Wettfahrten zum 5ojährigen Bestand des Gesamt-UYC beauftragt.

Mit tatkräftigster Unterstützung, besonders des Ehrenmitgliedes, Herrn Schulze, entstand ein eigenes Clubheim.

Es waren besonders eindrucksvolle Wettfahrten unter Beteiligung fast aller Zweigvereine des UYC, des Segelvereines „Nibelungen" und des Österreichischen Touring-Yacht-Clubs. Es wurde besonders schöner, fairer Sport gezeigt. Das stärkste Feld stellte die Sonderklasse mit elf Nennungen, wobei die Sonderklasse „Jugend“ der Frau Francis Adams von Manfred Curry, dem bekannten Meistersegler des Segelsports, zum Sieg geführt wurde. „Falkenstein II“ wurde von dem bekannten österreichischen Segler Dietz Angerer und „Freya“ von Dozent Dipl.-lng. Rudolf Schlenk gesteuert. Der Attersee war mit der Sonderklassenyacht „Clima“ vertreten.

Im Rahmen der Jubiläums-Wettfahrten wurden auch die Staatsmeisterschaften der Olympia-Jollen gestartet. Staatsmeister wurde Dietz Angerer.

Das EZ-Treffen wurde von Prof. Dr. Josef Krames auf EZ „Udo" gewonnen.

Die Wettfahrten der Jugendabteilungen der Zweigvereine Attersee-Mondsee-Mattsee-Wörthersee-Wolfgangsee-Traunsee gewann die Jugendmannschaft des UYC Traunsee.

Als Höhepunkt der gesellschaftlichen Veranstaltungen möge besonders der Besuch des Präsidenten des Internationalen Olympischen Comites, Graf Bailat-Latur, der von der Olympiade in Berlin in Begleitung des Herrn Hofrates Meiß-Teuffen und des Präsidenten des Österreichischen Olympischen Comites, Herrn Dr. Theodor Schmid kam und eine Regatta mit dem Motorboot verfolgte, abends an einem gemeinsamen Abendessen als Gast des UYC teilnahm. In seiner Ansprache gab Graf Bailet-Latur seiner Befriedigung über den schönen Verlauf der Jubiläumswettfahrten Ausdruck.

Die Preisverteilung fand im Rahmen eines Banketts statt.

Nach Begrüßung durch den Obmann, Reg.-Rat Dr. W. Tuschak, hielt der Präsident des jubilierenden Gesamt-UYC, Sektionschef Dr. Hans Maurus, die Festrede, wobei er die vom UYCWg geleistete Arbeit rühmend hervorhob. Diesen Ausführungen schloss sich auch der Vizepräsident, r Hofrat Meiß-Teuffen, als Landessportführer an. (Siehe Artikel Helene Tuschak in den Mitteilungen Juli-September  1936J)

1938 - 1945

Am 28. März 1938 trat der Obmann, Dr. W. Tuschak, zurück, und Herr Prof. Dr. Josef Krames wurde Vereinsführer, der die Vorstandsmitglieder

  • Stellvertreter: Prof. Hans von Frisch,
  • Oberbootsmann: Prim. Dr. Paul Strohschneider,
  • Schriftführer: Otto Jäger-Sunstenau,
  • Kassier: Hans Schulze

in ihren Ämtern bestätigte.

Der UYCWg wurde Yachtclub von Deutschland, Zweigabteilung „Abersee“.

Vom 21. bis 25. August 1938 wurden die Verbandswettfahrten des Yacht-Clubs von Deutschland, Zweigverein Abersee, und des Segelvereines „Nibelungen“ in der Sonderklasse, der 2o-qm-, 15-qm- und der 10-qm-Klasse abgehalten, unter Beteiligung von Gästen des Yacht-Clubs von Deutschland, Zweigabteilung Mondsee und Bayrischer Yacht-Club,

Während des zweiten Weltkrieges halfen hauptsächlich Prof. Krames und Prim. Dr. Paul Strohschneider für die Kontinuität des UYC auch als zeitweisen Teil des Yacht- Clubs von Deutschland und verhinderten erfolgreich, dass zu viel des Yachtmaterials verlorenging und der Einschmelzaktion die Bleikiele zum Opfer fielen. Relativ glimpflich konnte der Bestand über den Krieg erhalten bleiben und sogar nicht unbedeutende Wettfahrten wurden abgehalten. Diese wurden wieder zusammen mit dem Segelverein „Nibelungen“, mit dem die Nachbarschaft seit jeher die allerbeste war, veranstaltet. Es dominierten natürlich die Sonderklasse, die am Wolfgangsee besonders beheimatet war, und die verschiedenen Klassen der Rennjollen.

Im Jahr 1941 erlitt der Verein durch den Tod seines Ehrenmitgliedes, Gründers und langjährigen Funktionärs, des Herrn Prof. Dr. Hans von Frisch, sowie durch den Tod seines Ehrenmitgliedes und großen Förderers, Hans Schulze, schwere Schicksalsschläge. Der Vereinsbetrieb wurde aber von den übrigen Herren weitergeführt, entwickelt und auf weitere Klassen ausgedehnt. Im Jahr 1942 beteiligte sich Komm.-Rat Alfred Nemetschke erstmalig mit seinem Starboot „Siddartha III“ an Wettfahrten und eröffnete damit eine Epoche, in der die Starboote eine sehr große Rolle spielen. 1944 wurde Regierungsrat Dr. Wilhelm Tuschak vom Vereinsführer des YC v. D., Walter Ahrens, Kiel, zum Ehrenmitglied für seine großen Verdienste ernannt.

1945: Am 6. Mai erfolgte der Einmarsch der amerikanischen Truppen, jeder private Segel- und sonstige Wassersport wurde verboten, Yachten, Star-Boote, 20-qm-Iollen und O-Jollen von der Besatzungsarmee beschlagnahmt. Wettfahrten konnten daher nicht abgehalten werden, der Yachtclub von Deutschland wurde aufgelöst. Hauptmann i. E., P. V. Suppen, wurde mit der kommissarischen Leitung betraut, der sich um die Verwaltung und Erhaltung des Clubvermögens sehr bemühte und sich auch bei der Besatzungsmacht und der Behörde einsetzte und - um mit den Besatzungstruppen zu einem guten Verhältnis zu kommen - den Offizieren des Bestandortskommandos seine Sonderklassenyacht „Totila“ zur Verfügung stellte.

Am 10. Dezember 1945 fand der Club unter der Führung von Regierungsrat Tuschak wieder in seine alte Form zurück und vereinigte sich mit seinen alten Segelfreunden, dem Segelverein Nibelungen, mit dessen Ehrenmitgliedern, Mitgliedern und Bootsmaterial zu einem gemeinsamen UYCWg.

Die wichtigsten Ausschussmitglieder waren:

  • Obmann: Reg.Rat Dr. Wilhelm Tuschak,
  • Obmannstellvertreter: P. V. Suppan,
  • Oberbootsmann: Karl Pochlin,
  • Schriftführer: Prof. Dr. Josef Krames,
  • Kassier: Otto König.

1946 - 1960

Schon 1946 gab es wieder Regatten unter Beteiligung der amerikanischen Besatzungsmacht. In der Starklasse siegte überlegen Major Kolish. Die Mitgliederzahl betrug 64.

1947 übernahm Dipl.-lng. Rudolf Schlenk als Nachfolger seiner berühmten Vorgänger Prim. Dr. Paul Strohschneider und Karl Pochlin das Amt des Oberbootsmannes und nahm in den folgenden Jahren bestimmenden Einfluss auf das sportliche Geschehen. Eine starke Entwicklung der Sonderlassen-Wettfahrten setzte ein, die alle nach Art von Jollen mit Lattensegeln und großen Vorsegeln versehen wurden, und diese Sonderklassen-Wettfahrten bildeten einen Höhepunkt des UYCWg. Dipl.-lng. Dozent Rudolf Schlenk führte mit Reg.-Rat Dr. W. Tuschak die Sonderklassenyacht „Yavena“ des letzteren durch viele Jahre zu vielen Erfolgen.

1948 trat Reg.-Rat Dr. W. Tuschak zurück und wurde für seine Verdienste zum Ehrenpräsidenten gewählt, welches Amt er bis zu seinem Tod innehatte. Die Führung des UYCWg übernahm Komm.-Rat Alfred Nemetschke, der mit seiner Sonderklasse „Hagen“ die ersten Staatsmeisterschaften der Sonderklasse gewann. Er gründete auch mit Tibor von Heinrich die „Salzburger Mozart Fleet". Als Punktewertung wurde dabei die von Dipl.-lng. Schlenk er arbeitete Punktewertung eingeführt, die danach ihren Weg um die Welt als olympische Punktewertung machte und bis heute ihre Geltung beibehielt. Die Familie Strohschneider, die praktisch durch Jahrzehnte dem Segelsport am Wolfgangsee ihre sportliche und faire Note aufprägte, war durch Dr. Harald Strohschneider vertreten.

In den Jahren bis 1953 scheinen als Ausschussmitglieder wiederholt auch die Herren Andrä Feitzinger, Erwin Greiner, Bmst. Alfred Nemetschke jun. und Johann Ratz auf.

1949 starb der junge Dr. Werner von Frisch als letzter Vertreter seiner „Dynastie“ als Mitglied des UYCWg. Im gleichen Jahr hatte der UYCWg auch das Ableben seines Ausschußmitgliedes Andreas Feitzinger zu beklagen.

1950 beteiligte sich auch wieder der berühmte Dr. Manfred Curry an den Wettfahrten, dessen erfolgreichen Büchern über den Segelsport und das Regattawesen bekanntlich der internationale Segelsport entscheidende Anregungen und Kenntnisse verdankt. Ohne die systematische Aufbau- und Forschertätigkeit eines Curry hätte sich das Wettfahrtwesen international kaum so entwickelt, wie es der Fall war.

Lebhafte sportliche Beteiligung mit anderen österreichischen und ausländischen Revieren kennzeichneten diese Epoche. Für den Austausch standen erlesene Felder, hervorragende Segler und Boote zur Verfügung, besonders in der Sonderklasse, der Starklasse, bei den freien Zehnern und bei den Piraten. Es seien genannt:

Tibor von Heinrich für die Starklasse, Fritz Hinteregger, Komm.-Rat A. Nemetschke und Alfred Nemetschke jun. für die Sonderklasse, Mathias Straßer für die Sonderklasse und die freie 10-qm- Klasse und Fürst für die Piratenklasse.

Im gleichen Jahr übernahm Dr. Harald Strohschneider .die Leitung eines großen englischen Krankenhauses in Afrika und schied somit aus der Reihe der Herren aus, die den Club führten.

1951 wurden die Herren Johann Ratz und Adolf Helmberger, der berühmte Landschaftsmaler, für ihre Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Mitgliederzahl und der Yachtbestand vergrößerten sich ständig. 1951 zählten wir 105 Mitglieder und 57 Yachten.

In diesem Jahr fanden aus Anlass des 5o-Jahr-Jubiläums des UYC großartige Wettfahrten mit Staatsmeisterschaften in der Sonderklasse, Flotten- und Staatsmeisterschaften in .der Starklasse statt, Nord- und Südpokal-Wettfahrten in der Starklasse. Dieser rege Wettfahrtbetrieb dauerte auch die folgenden Jahre an.

1952 wird Komm.-Rat Alfred Nemetschke für seine Ver dienste zum Ehrenmitglied ernannt, unter dessen Führung .dann die erwähnten glanzvollen Wettfahrten stattfanden, und der auch die Staatsmeisterschaft in der Sonderklasse auf „Hagen 72“ errang. In der Starklasse wurde Tibor von Heinrich auf „Irmi II“ Staatsmeister, ebenso Flottenmeister.

Das verdienstvolle Mitglied Hans Kalchschmied starb. Schweren Verlust erlitten der UYC Wolfgangsee und die Mozart-Flotte auch durch den Tod ihres Mitglieds Tibor von Heinrich, der auch ein Gründungsmitglied der Salzburger Mozart-Flotte war.

1954 starb der verdiente Prim. Dr. Paul Strohschneider, Gründer, Ehrenmitglied, 45 Jahre Oberbootsmann, Inhaber des diamantenen Ehrenzeichens. Die Gilde der alten Segler wird immer kleiner. Im gleichen Jahr schenkt Komm.-Rat Nemetschke der Jugendabteilung das Starboot „Pollux“.

1956 verunglückte Ing. Otto Peter aus St. Wolfgang, auch ein Mitglied der alten Gilde, tödlich. In diesem Jahr beteiligte sich der UYCWg an den Staatsmeisterschaften der Starboote am Attersee, die Herr Baumeister A. Nemetschke mit seinem Starboot „Iris“ gewann, Staatsmeister der Sonderklasse am Wolfgangsee wurde ebenfalls ein Mitglied des UYCWg, nämlich Herr Mathias Straßer mit „Ya vena“ S 85, ebenso 1957 und 1958. 1960 wurde Ing. A. Nemetschke auf „Hagen“ S72" Staatsmeister.

1957 fanden außer den Verbandswettfahrten und Staats meisterschaften internationale Starbootrennen statt mit 24 Yachten aus fünf Revieren am Start. Staatsmeister wurde W. Schönbrod vom BYC, Distriktsmeister der derzeit wohl erfolgreichste Österreicher, Harald Musil, der auch in der O-Jollen-Klasse überragende Erfolge erzielt hatte. Alles, was im österreichischen Segelsport Rang und Namen hatte, fand sich am Wolfgangsee zusammen und half auf diese Weise, das Werk von Komm.-Rat Nemetschke zu krönen. Hier sei auch mit Dank Herrn Prim. Dr. Fürsts gedacht, einem langjährigen Mitglied des Clubs, der, ohne viel Wesens zu machen, mit größtem Erfolg immer wieder, so auch im Jahr 1957, als Wettfahrtleiter einsprang.

1958 gewann A. Nemetschke jun. die österreichische Starmeisterschaft am Wörthersee. Am 10. August 1958 traf en Club durch den unvermuteten Heimgang von Regierungsrat Ehrenpräsident Dr. Wilhelm Tuschak ein neuer .Schlag. Auch der Leiter der Jugendabteilung, Herr Prof. llilan von Kalina, starb sowie das im ganzen UYC verdiente Mitglied Felix Schlenk, langjähriger Obmann des UYCStv.

1959 wurde vom Allgemeinen Sportverband Österreichs Landesleitung Salzburg, den Herren Ing. Alfred Nemetschke und Mathias Straßer die silberne Ehrennadel für ihre sportlichen Erfolge zuerkannt.

Im gleichen Jahr wurde Baurat h. c. Dipl.-lng. Rudolf Schlenk zum Ehrenmitglied ernannt, der nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Sport erfolgreich die Brücke nach Wien und zum Österreichischen Segelverband bildete und sich auch um den Zusammenhalt und die Festigung des gesamten UYC's erfolgreich bemühte.

1959 und 1960 fanden weniger beachtliche Wettfahrten statt. Die Staatsmeisterschaft für die Sonderklasse musste am Attersee ausgetragen werden, viele Yachten waren abgewandert, die alten Segler gestorben, und eine wirkliche Erneuerung hatte noch nicht durchgegriffen. 1960 konnten trotzdem Flottenmeisterschaften der Starklasse ausgetragen werden, und die Staryachten „Windspiel“ (4086) und „Condor“ (4085) beteiligten sich an den Staatsmeisterschaften am Wörthersee, an den Deutschen Starbootmeisterschaften am Chiemsee und an den Distriktmeisterschaften am Starnbergersee und am Gardasee.

1961 - 

1961, im 75. Juibläumsjahr des gesamten UYC's und im 60. Jubiläumsjahr des UYCWg, legte Komm.-Rkat Alfred Nemetschke seine Obmannschaft nieder, und Ing. Herbert Mettig aus Salzburg übernahm das Ruder, ihm zur Seite die Herren Dr. Max Lumbe-Mallonitz, Magister Wolfgang Strohschneider als Oberbootsmann, Pochlin, Edstadtler und Johann Ratz. Durch den kurz darauf erfolgten tragischen Tod von Magister Strohschneider und des Herrn Pochlin, der immer im Stillen eines der werktätigsten Mitglieder des Clubs war, schmolzen die alten Ausschuss-Mitarbeiter weiter bedenklich zusammen. Dennoch wurde 1961 durch besondere Bemühungen des Obmannes Komm.-Rat Alfred Nemetschke eine internationale Beteiligung in der Starklasse und der Finnklasse ermöglicht. In der Starklasse beteiligten sich die USA, Nord- und Süddeutschland, die Starflotten Attersee und Traunsee. Es waren 30 Stare am Start. Weiters beteiligten sich in der Finnklasse Nord- und Süddeutschland sowie die UYC's Attersee, Mondsee, Bodensee und Neufeldersee, insgesamt 21 Boote.

Im Jahr 1961 wurde auch durch die Initiative und die tatkräftige Förderung durch den geschäftsführenden Obmann, Herrn Ing. Herbert Mettig und durch Spenden von Mitgliedern der Seegrund, die Hafenmauer und der Hafen ausgebaut. Weiters wurde ein Kran für Starboote und eine eiserne Takelleiter aufgestellt, die vom geschäftsführenden Obmann gespendet wurden.

Es wird für die neue Clubleitung eine große Aufgabe sein, in dem beginnenden vierten 25-Jahr-Abschnitt des gesamten UYC die große Tradition der Vergangenheit auch des UYCWg weiter zu tragen, Segler und Yachten um sich zu sammeln und Funktionäre, die sich für das Allgemeinwohl aufopfern.

Vorstandsmitglieder des UYC Wolfgangsee


           Obmann Obmann-Stellvertreter Schriftführer Kassier Oberbootsmann weitere Vorstandsmitglieder
1901 Dr. Paul Strohschneider

Prof. Dr. A. von Frisch
Dr. H. von Frisch
Prof. Dr. A. Exner
Ing. Robert Cöln
Dr. Max Strohschneider
Otto Schleiffelder
Dr. Erik Riedl-Riedenstein
A. von Marksowsky

1902
1903
1904
1905
1906
1907
1908
1909 John Quincy Adams Rene Schleiffelder Dr. Max Strohschneider Prof. Dr. Paul Strohschneider Prof. Dr. Hans v. Frisch (1. Ausschuss-Mitglied)
Ferdinand Hauser (2. Ausschuss-Mitglied)
Erik Riedl v. Riedenstein (3. Ausschuss-Mitglied)
1910
1911
1912
1913
1914
1915
1916
1917
1918
1919
1920
1921 Hans Schulze
1922
1923
1924
1925
1926 Prof. Dr. Hans von Frisch Hans Schulze Prim. Dr. Paul Strohschneider
1927
1928
1929
1930
1931
1932
1933
1934
1935 Reg.-Rat Dr. Wilhelm Tuschak Hans Schulze Otto Jäger-Sunstenau Prof. Dr. Hans Frisch Prim. Dr. Paul Strohschneider
1936 Reg.-Rat Dr. Wilhelm Tuschak
1937 Reg.-Rat Dr. Wilhelm Tuschak
1938 Prof. Dr. Josef Krames Prof. Hans von Frisch Otto Jäger-Sunstenau Hans Schulze Prim. Dr. Paul Strohschneider
1939
1940
1941
1942
1943
1944
1945 Reg.-Rat Dr. Wilhelm Tuschak P. V. Suppan Prof. Dr. Josef Krames Otto König Karl Pochlin
1946
1947
1948 Komm.-Rat Alfred Nemetschke DI Rudolf Schlenk Andrä Feitzinger
Erwin Greiner
Bmst. Alfred Nemetschke jun.
Johann Ratz
1949 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1950 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1951 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1952 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1953 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1954 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1955 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1956 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1957 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1958 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1959 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1960 Komm.-Rat Alfred Nemetschke
1961 Ing. Herbert Mettig Dr. M. Lumbe-Mallonitz A. Edstadtler J. Ratz Mag. Wolfgang Strohschneider
F. Hinterberger (Stellvertreter)
Ing. A. Nemetschke
Prof. J. Krames
Baurat h.c. Dipl-Ing. R. Schlenk
Dipl.-Arch. P. Seemann
1962
1963
1964
1965
1966
1967
1968
1969
1970
1971
1972 Dr. Helmut Mitterdorfer
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985 Ing. Peter Denzel
1986 Ing. Peter Denzel
1987 Dr. Helmut Mitterdorfer
1988 Dr. Helmut Mitterdorfer
1989 Helmut Winkler
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019 Georg Stadler Heinz-Dieter Moche Tina Moser Dkfm. Karl Hess Georg Schöfegger

Michael Luschen (Jugendwart)
Mag. Rikolt von Gagern (Beisitzer - Traditionsklassen)
Gerald Raschke (Beisitzer - Technik & Bauten)
Johannes Zopf (Oberbootsmann Stellvertreter)
Mag. Max Malin (Beisitzer - Internet, EDC & Presse)
Dr. Michael Nake (Beisitzer - Sportunterkünfte)